Würde Chaplin Transformers gucken?

Oftmals trifft man auf die ewige Diskussion, Effekte vs. Story. Oft wir es gleichgesetzt mit alt gegen neu. Ist das den eigentlich fair?
Der berühmte Herr Fritz Lang hat mit seinem „Metropolis“ Meisterwerk wohl Filmgeschichte geschrieben und auch ohne Computer Effekte in seinen Film gezaubert. Jahrzehnte später sind Spezial Effekte aus dem Kino nicht mehr wegzudenken. Die Frage die sich stellt ist. Muss das so sein? Was wäre wenn es bis dato immer noch keine Computer gäbe? Gäbe es dann auch keinen Harry Potter Film und keine Transformers?
Sicherlich glänzt Transformers nicht unbedingt mit toller Story, auch wenn für manchen vielleicht schon. Es ist eigentlich eine große Pixelmaterialschlacht. An dieser Stelle mal ein riesiges Kompliment aber die FX Jungs und Mädels.
Viele sehen sich den Film nicht an, weil es eben eine große Materialschlacht ist und die Geschichte in 5 Minuten erzählt wäre. Irgendwie ist es schade.
Ein Künstler der nur malt, darf sich auch Skulpturen anschauen ohne diese direkt zu verteufeln.
Ein Film kann sicherlich aus vielerlei Gesichtspunkten betrachtet werden. Erzählweise, die Geschichte als solches, die schauspielerische Leistung, Stimmung usw. Doch muss jeder Film tatsächlich die hochtrabenden Attribute haben um gut zu sein? Sicherlich nicht.
Würde man Transformers nur auf „konventionelle“ Art und Weise machen, das heißt mit kleinen Figuren und Stopp Tricks, würde es dann mehr Leute ins Kino treiben weil es Handarbeit ist und keine Spezial Effekte? Oder würde sich dann wiederum beschweren das die Effekte nicht realistisch genug sind?
Viele Cineasten argumentieren so: Einen Effekt darf man nicht sehen sonst wirkt dieser unglaubwürdig. Durchaus ein nachvollziehbares Argument aber wie soll man bei Harry Potter zeigen, das jemand zu Geist wird? Soll es sich ein Bettlacken über den Kopf ziehen und BUUU machen? Sicherlich gibt es Tricks um Leute als Geister zu zeigen oder Strahlen aus einem Zauberstab sausen zu lassen und wilde Roboter sich gegenseitig verhauen lassen. Aber warum soll man Nägel mit Bücher in die Wand hauen, wenn man doch auch einen Hammer nehmen kann?
Wie so oft in der unendlich langen Geschichte der Menschheit kommt man mit neuen Dinge nicht so gut klar, aber warum kommen nicht Argumente wie: “ die Geschichte sagt mir nicht zu“, oder Actionfilme und Kinderbücher sind nicht mein“ ? Warum müssen immer die Spezial Effekte dran glauben?
Filme entführen Menschen in eine Welt voller Fantasie, Gefühlsduselei, Illusion und Faszination. Ist es so schwer seinen Geist, auszuschalten, sein Popcorn zu nehmen und den Film zu genießen auch trotz FX?
Die Chance Chaplin zu fragen ob er FX-Filme mag oder nicht werde ich wohl so schnell nicht bekommen, leider, aber die Frage die sich mir so stellt ist: Was würden die Leute denken, wenn Chaplin nach seinen Meisterwerken, plötzlich Transformers gemacht hätte und noch in der Form wie es erschienen ist?

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